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Einfach müde – Ein ehrlicher Mama Moment aus dem Alltag

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Es gibt diesen Moment am Abend, wenn es plötzlich still wird.

Kein „Mamaaa“, kein Geräusch aus dem Kinderzimmer, kein Termin, der noch drängt, kein Blick mehr auf die Uhr, der sagt, was noch erledigt werden muss.

Und ich denke dann jedes Mal, jetzt nehme ich mir Zeit für mich.

Nicht viel. Nur ein paar Minuten. Ich setze mich nur kurz.

Nur einmal durchatmen, nichts organisieren, nichts planen, einfach nur da sein.

Und irgendwo zwischen diesem Gedanken und der Realität passiert es dann. Ich wache wieder auf.

Zusammengerollt auf dem Sofa, halb zugedeckt, obwohl ich mich gar nicht erinnere, mir eine Decke genommen zu haben, das Licht noch an, der Fernseher läuft noch leise vor sich hin, und mein Handy liegt irgendwo unter mir, warm geworden, als hätte es genauso aufgegeben wie ich.

Für einen kurzen Moment weiß ich nicht, wie spät es ist und auch nicht, wie lange ich eigentlich geschlafen habe.

Und ganz ehrlich, ich muss dann oft ein bisschen lachen.

Weil ich es mal wieder geschafft habe, mir Zeit für mich zu nehmen und sie direkt zu verschlafen. Früher hätte ich mich darüber geärgert. Hätte gedacht, ich habe den Abend verloren, hätte mir vorgenommen, morgen alles besser zu machen, bewusster, strukturierter, irgendwie mehr aus diesen wenigen freien Stunden herauszuholen.

Heute sehe ich das anders.

 

Weil dieser Moment eigentlich nichts anderes ist als ein Zeichen.

Ein Zeichen dafür, wie viel ich gebe, wie voll meine Tage sind und wie selbstverständlich ich funktioniere, ohne groß darüber nachzudenken, weil es eben sein muss und weil jemand da ist, der mich braucht.

Und vielleicht auch, weil ich mich selbst lange nicht ganz oben auf meine eigene Liste gesetzt habe.

Dieses Einschlafen auf dem Sofa ist kein Scheitern. Es ist kein Gefühl von ich habe nichts geschafft.

Es ist mein Körper, der sich nimmt, was er braucht, ohne mich zu fragen, einfach weil er weiß, dass ich es mir selbst wahrscheinlich wieder nicht erlaubt hätte.

Und weißt du was, manchmal ist genau das genug.

Kein perfekt geplanter Abend, kein bewusstes Selfcare Ritual, kein Gedanke daran, jetzt noch etwas für mich tun zu müssen.

Sondern einfach nur dieser Moment, in dem alles still wird und ich endlich loslasse, auch wenn ich es nicht einmal bewusst merke. Vielleicht kennt ihr das auch.

Dieses Ich setz mich nur kurz und plötzlich sind zwei Stunden vorbei. Und dann, irgendwo zwischen Traum und Wirklichkeit, spüre ich plötzlich eine Hand an meiner Schulter.

„Mama…“ Ich blinzle.

„Mama, geh ins Bett.“

Da steht sie vor mir, leicht genervt, ein bisschen besorgt und irgendwie viel zu erwachsen für diesen Moment. Ich murmele noch, dass ich doch nur kurz sitzen wollte.

Sie verdreht die Augen, zieht mir die Decke richtig über die Schultern und sagt in diesem Ton, den ich sonst von mir kenne, dass ich jetzt wirklich aufstehen soll.

Und während ich mich langsam vom Sofa erhebe, ein bisschen verknittert und noch nicht ganz da, muss ich innerlich schmunzeln.

Weil sich da gerade etwas ganz leise verschoben hat. Weil die, um die ich mich jeden Tag kümmere, mich in genau diesem Moment auffängt. Nicht groß und nicht laut, sondern einfach so, wie es ist.

 

Und irgendwo dazwischen kommt dann auch dieser Gedanke, dass mir vielleicht auch einfach etwas fehlt.

Vielleicht Vitamine. Vielleicht Energie. Vielleicht einfach mehr Raum für mich selbst. Ich nehme es mir so oft vor, mehr auf mich zu achten, regelmäßiger zu essen, bewusster zu leben und mir selbst den gleichen Platz zu geben wie allem anderen.

Und dann scheitert es an diesen kleinen Dingen.

Der Kopf ist voll, die Gedanken hören nicht auf und die To do Liste ist länger als der Tag.

Und irgendwo zwischen Arbeit, Alltag und allem, was getragen werden will, rutsche ich selbst wieder ein Stück nach hinten.

Und trotzdem ist es okay, nicht alles perfekt zu machen, nicht jeden Plan einzuhalten und nicht jeden Vorsatz umzusetzen.

Manchmal reicht es, es zu sehen und zu merken, dass ich mich nicht vergesse, auch wenn ich es nicht immer schaffe, mich an erste Stelle zu setzen.

Dann gehe ich ins Bett, ohne schlechtes Gewissen, ohne das Gefühl, noch etwas leisten zu müssen.

 

Einfach nur müde.

Und vielleicht ist genau das manchmal das Ehrlichste, was wir uns selbst erlauben können.

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