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Mein Bauch und ich - warum ich heute genauer hinhöre

vor 6 Stunden
4 Min. Lesezeit

Mein Bauch und ich


Früher habe ich mir über meinen Darm ehrlich gesagt kaum Gedanken gemacht. Solange alles einigermaßen funktionierte, war das Thema für mich erledigt.

Heute ist das anders.

Mit den Jahren habe ich angefangen, meinen Körper bewusster wahrzunehmen. Und mein Bauch gehört definitiv zu den Körperteilen, die ziemlich deutlich sagen können, wenn ihnen etwas nicht gefällt.


Mal ist es dieses unangenehme Völlegefühl, mal ein aufgeblähter Bauch und manchmal fühlt sich einfach alles irgendwie schwer und unruhig an. Besonders faszinierend finde ich, wie unterschiedlich das sein kann. An manchen Tagen ist alles wunderbar und an anderen frage ich mich abends, warum meine Jeans morgens eigentlich noch so bequem war.

Mein Bauch und ich – wir lernen uns offenbar gerade noch einmal ganz neu kennen.




Wenn der Körper sich verändert

Je älter ich werde, desto deutlicher merke ich, dass mein Körper heute anders auf manche Dinge reagiert als noch vor einigen Jahren.

Was esse ich? Wie viel trinke ich?

Habe ich mich bewegt?

Wie viel Stress hatte ich? Habe ich ausreichend geschlafen? Früher hätte ich viele dieser Dinge wahrscheinlich gar nicht miteinander in Verbindung gebracht. Heute merke ich schneller, wenn etwas aus dem Gleichgewicht gerät.

Dabei möchte ich meinen Alltag nicht damit verbringen, jedes Lebensmittel zu analysieren oder mir ständig Gedanken darüber zu machen, ob ich alles richtig mache. Essen soll für mich immer noch Genuss sein.


Mir geht es vielmehr darum herauszufinden, was mir persönlich guttut. Und manchmal gehört dazu eben auch festzustellen, dass etwas, was früher überhaupt kein Problem war, heute nicht mehr ganz so gut funktioniert.



Unser Darm kann viel mehr als verdauen

Lange war der Darm für mich hauptsächlich für eine Sache zuständig: Verdauung.

Damit habe ich ihm allerdings ziemlich Unrecht getan.

Denn unser Darm übernimmt eine ganze Reihe wichtiger Aufgaben.

Hier werden Bestandteile unserer Nahrung verarbeitet und Nährstoffe aufgenommen. Gleichzeitig leben dort unzählige Mikroorganismen, die zusammen unser Darmmikrobiom bilden. Auch ein großer Teil unseres Immunsystems ist eng mit dem Darm verbunden.

Besonders spannend finde ich aber etwas anderes: Darm und Gehirn kommunizieren miteinander.

Diese Verbindung wird Darm-Hirn-Achse genannt.


Und plötzlich bekommt für mich der Begriff „Bauchgefühl“ noch einmal eine ganz andere Bedeutung.



Darm-Hirn-Achse


Was hat der Darm mit unserer Stimmung zu tun?

Je mehr ich mich mit dem Thema beschäftigt habe, desto interessanter fand ich die Frage, ob unser Bauch tatsächlich etwas damit zu tun haben kann, wie wir uns fühlen.

Die Forschung beschäftigt sich intensiv mit der Verbindung zwischen Darmmikrobiom, Gehirn, Stress und psychischem Wohlbefinden. Dabei werden auch mögliche Zusammenhänge mit Stimmungsschwankungen, Ängsten und depressiven Erkrankungen untersucht.

Das finde ich unglaublich spannend.

Natürlich bedeutet das nicht, dass schlechte Stimmung oder eine Depression einfach vom Darm kommen. Dafür sind psychische Erkrankungen viel zu komplex und haben ganz unterschiedliche Ursachen. Genauso wenig lässt sich eine Depression einfach durch die richtige Ernährung oder einen „gesunden Darm“ verhindern oder behandeln.

Aber der Gedanke, dass Körper und Psyche miteinander kommunizieren und unser Darm dabei eine Rolle spielen könnte, hat meine Sicht auf das Thema verändert.

Für mich gehört Wohlbefinden deshalb heute nicht mehr nur in den Kopf.

Es darf auch im Bauch anfangen.




Ich versuche nicht mehr, meinen Bauch einfach zu ignorieren

Wenn ich mich aufgebläht oder schwer fühle, habe ich das früher einfach hingenommen. Heute versuche ich eher herauszufinden, was dahinterstecken könnte.

Dabei habe ich keine perfekte Darmroutine entwickelt und ich ernähre mich auch nicht jeden Tag vorbildlich. Das würde überhaupt nicht zu meinem Leben passen.

Aber ich achte bewusster darauf, ausreichend zu trinken, mich zu bewegen und ballaststoffreiche Lebensmittel in meinen Alltag einzubauen. Ich beobachte auch genauer, welche Lebensmittel mir guttun und bei welchen mein Bauch weniger begeistert reagiert.

Und ich habe gelernt, dass es nicht immer die eine große Veränderung braucht.

Manchmal sind es tatsächlich die kleinen Dinge, die sich leichter dauerhaft in den Alltag integrieren lassen.




Auch Stress landet manchmal im Bauch

Was ich inzwischen ebenfalls viel bewusster wahrnehme: Mein Bauch lebt nicht unabhängig von meinem restlichen Leben.

Wenn der Alltag voll ist, ich angespannt bin oder mir zu viele Gedanken mache, merke ich das manchmal auch körperlich.

Redewendungen wie „Das schlägt mir auf den Magen“ oder „Ich habe ein ungutes Bauchgefühl“ kommen schließlich nicht ganz von ungefähr.

Deshalb gehört für mich zu einem guten Bauchgefühl inzwischen mehr als die Frage, was auf meinem Teller liegt.

Bewegung, Schlaf, Ruhe, Ernährung und auch der Umgang mit Stress gehören für mich irgendwie zusammen. Nicht immer gelingt mir die perfekte Balance – vermutlich sogar ziemlich selten.

Aber darum geht es mir auch gar nicht.



Mein Bauch muss nicht perfekt funktionieren

Ich glaube, genau das ist eine der wichtigsten Erkenntnisse, die ich in den vergangenen Jahren hatte: Ich muss meinen Körper nicht ständig optimieren.

Ich möchte ihn lieber besser verstehen.

Es wird Tage geben, an denen ich mich rundum wohl fühle. Und es wird Tage geben, an denen mein Bauch offenbar seine ganz eigenen Pläne hat. Damit kann ich inzwischen viel entspannter umgehen.

Ich probiere aus, beobachte und behalte das bei, was sich für mich gut anfühlt.


Dazu gehören für mich Ernährung und Bewegung genauso wie bestimmte Routinen und ausgewählte Supplements, die mich in meinem Alltag begleiten. Über meine persönlichen Erfahrungen damit werde ich hier nach und nach ebenfalls berichten.


Denn „Wohlbefinden“ bedeutet für mich nicht, jeden Tag alles richtig zu machen.

Es bedeutet, meinen Körper ernst zu nehmen, ohne mein ganzes Leben nach ihm auszurichten.



Heute höre ich öfter auf mein Bauchgefühl

Vielleicht habe ich früher einfach erwartet, dass mein Körper funktioniert.

Heute sehe ich ihn ein bisschen mehr als Partner. Und wie in jeder guten Beziehung hilft es vermutlich, hin und wieder zuzuhören.


Mein Bauch sagt mir ziemlich zuverlässig, wenn ihm etwas nicht gefällt. Und manchmal sagt er mir eben auch, dass alles gerade ziemlich gut läuft.

Beides darf sein.

Ich möchte deshalb weiterhin herausfinden, was mir guttut, was meinem Bauch bekommt und welche kleinen Veränderungen einen Unterschied machen. Nicht perfekt. Nicht nach irgendeinem strengen Plan.

Sondern so, dass es zu mir und meinem Leben passt.




Kleine Dinge Große Wirkung

 
 
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