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Gespräche die bleiben - kleine Momente die uns im Alltag tragen

Es sind nicht die lauten Gespräche, die bleiben, nicht die, in denen alles perfekt formuliert ist oder in denen man genau weiß, was man sagen soll.

Es sind die leisen, die sich fast unbemerkt entwickeln und plötzlich etwas in Bewegung bringen, ohne dass man es sofort greifen kann.

 

Oft entstehen sie irgendwo dazwischen, zwischen zwei Alltagsmomenten, zwischen einem schnellen Kaffee, zwischen einem beiläufigen „Wie war dein Tag?“ und dem Versuch, darauf wirklich ehrlich zu antworten.

Genau in diesem Moment kippt etwas, ein Satz wird tiefer, ein Blick bleibt länger, und auf einmal geht es nicht mehr um das, worüber man eigentlich sprechen wollte, sondern um das, was darunter liegt.

 

Ich habe in letzter Zeit gemerkt, wie sehr mich genau solche Gespräche berühren, nicht weil sie Antworten liefern oder Lösungen bereithalten, sondern weil sie etwas öffnen. Weil ich mich in ihnen ein kleines Stück mehr zeige und weil mir jemand gegenüber sitzt, der nicht bewertet, nicht sofort einordnet oder reparieren will, sondern einfach bleibt und zuhört.

 

Und dann sind da diese ganz konkreten Momente, die sich leise einprägen.

 

Zum Beispiel meine Kollegin, die aus dem Urlaub zurückkommt, selbst genug auf dem Tisch hat und eigentlich gar keine Zeit. Trotzdem nimmt sie sich einen Moment, nicht nur für ein schnelles „Alles gut?“ im Vorbeigehen, sondern für ein echtes Nachfragen, für einen Blick, der zeigt, dass es ihr wirklich wichtig ist.

„Wie geht es dir wirklich?“

 

Und in diesem Moment spüre ich, dass ich nicht einfach nur funktioniere, dass ich nicht nur Teil eines Ablaufs bin, sondern dass da jemand ist, der mich sieht, auch zwischen all den Aufgaben, Terminen und dem ständigen Müssen.

 

Oder diese Gespräche mit einer Freundin, deren Leben sich gerade auch neu sortiert, mit Trennung, mit Kindern, mit einem ganz eigenen Modell, das irgendwie funktionieren muss.  Und obwohl unsere Situationen nicht identisch sind, gibt es so viele Parallelen, dass wir uns nicht erklären müssen, dass wir nicht beschreiben müssen, warum etwas schwer ist, weil es einfach verstanden wird.

 

Es sind keine perfekten Gespräche, keine leichten Gespräche, aber genau darin liegt ihre Kraft, weil nichts beschönigt wird und trotzdem etwas trägt, etwas stärkt, etwas leise ordnet.

 

Und dann gibt es noch diese andere Art von Verbindung, die genauso wertvoll ist, auch wenn sie sich anders anfühlt.

 

Die Freundin, die voller Energie ist, die lacht, die trägt, die Leichtigkeit reinbringt, wenn alles zu schwer wird, die nicht immer die tiefen Worte braucht und die trotzdem genau dann da ist, wenn ich sie brauche, auf ihre ganz eigene Art. Manchmal mit einem Satz, manchmal mit einem Lächeln, manchmal einfach mit diesem Gefühl, dass ich nicht alleine bin.

 

Was ich daraus immer mehr verstehe, ist, dass Gespräche nicht immer gleich sein müssen, um etwas in uns zu bewegen, dass sie auf ganz unterschiedliche Weise wirken dürfen, mal tief, mal leicht, mal still, mal stärkend, aber dass sie alle etwas gemeinsam haben.

 

Sie holen mich ein Stück zurück zu mir.

 

Und vielleicht ist genau das das Entscheidende, dass wir Menschen um uns haben, die auf ihre eigene Weise da sind, die nicht perfekt sind und nicht immer die richtigen Worte finden, aber die bleiben, die zuhören, die Raum lassen und die uns genau in dem Moment begegnen, in dem wir es brauchen.

 

Ich merke immer mehr, wie wichtig mir genau diese Verbindungen sind, nicht laut, nicht inszeniert, nicht perfekt, sondern ehrlich und nah und echt.

 

Und vielleicht geht es am Ende gar nicht darum, immer die richtigen Gespräche zu führen, sondern darum, die richtigen Menschen an seiner Seite zu haben, mit denen diese Gespräche überhaupt entstehen dürfen.

Freunde und Gespräche
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